Es gibt Gerichte, die schmecken gut. Und es gibt Gerichte, die nach einem Ort schmecken.
Viele verbinden Paella automatisch mit Garnelen und Muscheln. Tatsächlich stammt die klassische Paella aus der Region Valencia und wurde ursprünglich mit Huhn, Kaninchen und Gemüse zubereitet. Entscheidend sind jedoch weniger die Zutaten als die Technik: eine breite Pfanne, gleichmäßige Hitze und Reis, der Zeit bekommt.
Auf den Märkten im Süden begegnet uns die Paella überall. Ob in Südfrankreich oder Spanien. Auf Mallorca ist sie allgegenwärtig: In kleinen Restaurants am Hafen, auf Dorfplätzen oder in Strandlokalen – jede sieht ein wenig anders aus. Mal mit Meeresfrüchten, mal mit Hähnchen, mal sehr kräftig-fleischlastig, manchmal überraschend schlicht. Gemeinsam haben sie alle eines: Die Paella steht nicht für Haute-Cuisine. Sie kommt mitten auf den Tisch, jeder nimmt sich, und gegessen wird zusammen.
Wir haben uns gefragt, ob das nicht auch zuhause mit dem heimischen Gasgrill funktioniert.
Die Suche nach dem Rezept
Wer anfängt, nach einem Paella-Rezept zu suchen, landet schnell im Chaos.
Erbsen oder keine Erbsen? Chorizo? Garnelen? Kaninchen? Huhn? Erst Reis anbraten oder nicht? Wie bei so vielen Klassikern, gibt es eine unendliche Vielfalt. Aber eines haben sie alle gemein: Die eigentliche Zutat einer guten Paella ist gar nicht auf der Einkaufsliste zu finden. Es ist Geduld.
Eine Paella entsteht nicht dadurch, dass man ständig umrührt oder jeden Schritt kontrolliert. Ganz im Gegenteil. Irgendwann kommt der Moment, an dem der Reis in der Brühe liegt und man… einfach nichts mehr tut. – Nichts mehr tun darf.
Trust the Process
Während der Reis langsam die Brühe aufnimmt, sieht die Paella flüssig aus, wie eine Suppe. Ein paar Minuten später fragt man sich, ob sie gleich anbrennt. Der Impuls, noch einmal umzurühren oder zu kontrollieren, ist groß.
Genau das sollte man nicht tun.
Denn unter der Oberfläche passiert das, worauf man hinarbeitet: Der Reis nimmt die Brühe auf und am Boden bildet sich langsam der Socarrat, die knusprige Kruste, die eine gute Paella auszeichnet.
Für unsere erste Paella zu Hause haben wir bewusst eine einfache Variante gewählt.
Saftiges Hähnchen, Paprika, grüne Bohnen, Tomaten, Safran und italienischer Rundkornreis, weil spanischer nicht zu kriegen war.
Das ist natürlich nicht die einzig richtige Paella. Aber gute mediterrane Küche überzeugt oft gerade dann, wenn sie sich auf wenige Zutaten konzentriert. Das fettreiche Pollo fino hilft gegen das Anbrennen und verzeiht etwas zu langes Garen gut. Beim ersten Mal wollten wir uns nicht noch mit den perfekten Garpunkten für verschiedene Fische belasten.
Zubereitet wurde alles auf dem Gasgrill.
Das funktionierte erstaunlich gut. Die breite Pfanne sorgte für eine gleichmäßige Reisschicht, der Grill für konstante Hitze – und am Ende sogar für den ersten, wenn auch noch leicht ungleichmäßigen Socarrat. Learning: Ab und zu vorsichtig die Pfanne drehen kann helfen.
Ansonsten funktionierte es erstaunlich gut. Trust the process. 🙂


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