Dieses Jahr gibt es zum ersten Mal seit Jahren kein Critérium du Dauphiné mehr. Das berühmte Vorbereitungsrennen der Tour de France heißt ab diesem Jahr Tour Auvergne-Rhône-Alpes. Schade irgendwie – ich mochte den bisherigen Namen. Aber egal, wie es genannt wird: Diese Rundfahrt führt weiterhin durch eine bergige, landwirtschaftlich geprägte Gegend in den Départements Isère, Drôme und Hautes-Alpes – die historische Region Dauphiné.
Noch bekannter als das Radrennen ist eine weltberühmte Spezialität, die aus kaum mehr als zwei Zutaten besteht: Kartoffeln und Sahne – das Gratin Dauphinois.
Das Gratin ohne Käse
Hartkäse war historisch eine teure Zutat: Er benötigte Zeit in der Herstellung, ließ sich gut lagern und gut verkaufen. Sahne hingegen war aus der Milch der eigenen Kühe verfügbar, ebenso wie Kartoffeln, die günstig und sättigend waren. Mit ein paar wenigen Kräutern und viel Zeit im Ofen entsteht so ein puristisches, aber außergewöhnlich gutes Gericht.
Für unser Rezept ergänzen wir einige Kräuter, die eher für die Provence typisch sind: Bohnenkraut (Sarriette) und Lorbeerblätter. Die Sahne wird mit diesen Kräutern, Salz und grobem schwarzen Pfeffer aufgekocht und so aromatisiert. Die Backform reiben wir mit Knoblauch aus und fetten sie mit Butter ein.
Anschließend schichten wir die dünn geschnittenen Kartoffelscheiben in die Form, gießen die aromatisierte Sahne darüber und verteilen einige Butterflocken auf der Oberfläche. Da die Kartoffeln roh verarbeitet werden, muss das Dauphinois mindestens eine Stunde im Backofen garen. Weitere Details findet ihr im Rezept unten.
Welche Kartoffeln?
Für ein klassisches Gratin Dauphinois eignen sich vorwiegend festkochende Kartoffeln am besten. Sie enthalten genug Stärke, um die Sahne während der langen Garzeit leicht zu binden, behalten aber dennoch Struktur und zerfallen nicht.
Sehr festkochende Sorten bleiben oft zu klar und ergeben ein eher „sauberes“, aber weniger cremiges Ergebnis. Mehligkochende Kartoffeln hingegen zerfallen zu stark und lassen das Gratin schnell breiig wirken.
Die Kartoffeln sollten roh, geschält und sehr dünn geschnitten verarbeitet werden – idealerweise etwa 2–3 mm stark. Abwaschen der Scheiben ist nicht sinnvoll, da die Stärke ausdrücklich zur Bindung beiträgt.


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