Streetfood in Taipeh

Dahie nimmt uns mit nach Taipeh

Normalerweise nehmen wir euch mit ans Mittelmeer. Heute machen wir eine kleine Ausnahme. Dahie war in Taipeh, der Hauptstadt der Republik Chinas (Taiwan) unterwegs und hat die Streetfood-Märkte erkundet – mit vielen Eindrücken und wunderschönen Fotos. Denn auch wenn Taiwan weit von der Provence oder Mallorca entfernt ist, verbindet gute Esskultur überall auf der Welt etwas: Menschen kommen zusammen, probieren Neues und teilen ihre Lieblingsgerichte.

Nachtmärkte Taipehs

Die Sonne ging bereits unter, die Stadt hat sich bereit gemacht für die Nacht. In allen Bezirken Taipehs haben wie jede Nacht die Streetfood-Verkäufer ihre Wagen aufgebaut. Nachtmärkte sind nicht beinahe Tradition und vermutlich nicht zu unrecht das erste, woran man beim kulinarischen Taiwan denken darf. Wir kommen vorbei an Ständen für gebratene Meeresfrüchte, Dumplings und aller Arten Spießchen.

Da wären frittierte Taro-Sticks – sehen aus wie karamellisierte Kartoffel, ähneln in ihrer Konsistenz aber eher Zuckermäusen. Spießchen mit kandierten Früchten – Erdbeeren, Trauben, Tomaten. Ein Stand, wo der frittierte Oktopus direkt unter dem Kioskschild hängt. Direkt daneben einer mit lebenden Garnelen. Die Menschen drängeln sich durch die engen Gassen zwischen den Wagen und immer meint ein Scooter-Fahrer auch noch durchzupassen. Man drängelt freundlich. Der Dampf steigt von den Buden hoch – Stinky-Tofus liegen in der Luft. Die nächsten Stände ganze haben gebackene Schweinspfoten. Alle versuchen sich zu überbieten. Ein Verkäufer, dessen Devilled-Eggs einen Tag überkocht wurden, machte daraus eine Delikatesse: Taiwanesische Iron Eggs, die so trocken und salzig sind, dass sie kaum mehr an Eier erinnern. Dann ein Eisstand und ein Stand mit Bubble-Tea zum Ablöschen. Das Modegetränk der 2010er wird uns wieder begegnen. Am Stand für die Käsedumplings langweilt sich die Verkäuferin.

Ihr seht: Für geringes Geld sammelt man sich seine Tüte mit Leckerbissen und nascht sich eine gute Stunde durch. Neben dem Essen ist es ein fantastischer Ort um Menschen zu beobachten. Hier einige Jugendliche, die überlegen doch nach Ximending zu McDonald’s zu gehen. Dort ein Mann, der mit seinem Schwein spazieren geht. Alte Herren sitzen beim Grill zusammen und erzählen vom Tag. Eine Frau trägt ihre Schildkröte spazieren. Über allen leuchten die bunten Preistafeln der Stände.

Um 10 Uhr ist es vorbei. Alle packen ein und die Straße leert sich. Dieser Abend ist zu Ende. Morgen Nachmittag wird wieder aufgebaut.

Food court

Meine taiwanesischen Freunde ziehen mich im Schlepptau in Taipi im Stadtteil Ximending in eine Seitengasse, dann in eine Mall, in einen Seitengang, weiter die Treppe runter in den Keller, nochmal links in den Food-Court. Es ist laut und zumindest für meinen westlichen Geschmack das Gegenteil von elegant dekoriert. Alles pragmatisch, nur Betonwände. Die handgemalten Schilder an den Wänden dienen als Menü und helfen dir wahrscheinlich wenig solange du keine chinesischen Hansi lesen kannst. Menschen stehen in Schlangen an diversen „Restaurants“, beim Bubble-Tea, beim Eis. In einer großen Schüssel eisgekülte Aiyu Jelly oder doch lieber frischgepresste Säfte? Durch die Industrie-Küche hindurch bekommen wir einen Tisch. Auf einem Papierzettel hakst du deinen Essenwunsch an. Hühnchen oder Schwein? Nudeln oder Reis? Suppe dazu? Nach einigen Minuten wird das Essen gebracht. Es sieht befremdlich aus, die Situation so weit entfernt von Fine-Dining, wie man es sich nur vorstellen kann.

Und es ist fantastisch.

Bubble tea

Taiwan ist Bubble Tea. Einen Emergency-Bubble-Tee bekommst du an jeder Ecke. Mit etwas Suche auch jede Variation, die du dir vorstellen kannst. Wähle deine Tee-Basis, wähle deine Boba-Bubbles, mit Milch oder ohne, mit Eis oder warm, als Milchshake. Oder vielleicht gleich als Pudding? Mit Extra-Sirup oder mit Honig. Fruchtig, süß oder herb? Kleine Tasse oder groß? To-Go?

Egal wie deine Auswahl fallen wird. Steckt der Strohhalm erst im Tee, ist der Zucker-Rush nicht weit entfernt. Eine Stunde später kommt auch die Wirkung des Teein dazu.

Viel Glück, wenn am nächsten Morgen dein Flieger geht und du heute früh ins Bett willst.

Mega.

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